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Frankreich

Verpackungslizenz Frankreich: Kompletter Leitfaden für Lizenz & Bevollmächtigten

Verpackungslizenz Frankreich

Frankreich

Hauptstadt: Paris
Bevölkerung: 68,6 Mio.
EU-Mitglied seit: 1958
E-Commerce: 196,4 Mrd. € (2025)

Pflichten

Lizenzpflicht Ja, ab 1 kg
Registrierung Ja, bei PRO
Bevollmächtigter Erforderlich
Jahresmeldung Ja, bis 28.2.
Kennzeichnungspflicht Triman-Logo

Gesetze

🇫🇷 NATIONAL

– Code de l’environnement (Art. L. 541-10 ff.) in der Fassung der Loi AGEC (n° 2020-105) – das französische Kreislaufwirtschaftsgesetz.
– Loi n° 2026-602 vom 08.07.2026 → Art. L. 541-10-9-1: Mandataire-Pflicht.
– Décret n° 2025-1081 vom 17.11.2025: neue REP-Filière für gewerbliche Verpackungen.
– Décret n° 2021-835: Triman und Info-tri.

Zuständige Behörde: ADEME (Register SYDEREP), Ministère de la Transition écologique, DGCCRF (Marktüberwachung).

 

🇪🇺 EU-VERORDNUNG

PPWR (EU) 2025/40
Anwendung ab 12. August 2026

In diesem Leitfaden erfährst du, wie du gesetzeskonform handelst, wenn du als Unternehmen oder gewerblicher Händler Verpackungen in Frankreich in Umlauf bringst, aber keinen Sitz im Land hast. Wir klären, was hinter REP, éco-contribution und IDU steckt, wie du als deutscher Händler die französische Verpackungslizenz erhältst, welche Dualen Systeme (PROs) es in Frankreich gibt, wie du einen Bevollmächtigten beauftragen kannst, was die Sache kostet – und wie du alles über unsere Partner in einem Rutsch erledigst.

⚖️ Rechtliche Grundlage für die Verpackungslizenz Frankreich

Wer eine Verpackungslizenz in Frankreich benötigt, bewegt sich in einem der ältesten und ausgereiftesten EPR-Systeme der Welt. Frankreich führte bereits 1992 die Produzentenverantwortung für Verpackungen ein – 30 Jahre Erfahrung, die sich in klaren Strukturen, aber auch hohen Compliance-Anforderungen zeigt.

Nationales französisches Recht

Grundlage ist der Code de l’environnement in der Fassung der Loi AGEC (Loi n° 2020-105 vom 10.02.2020, „Gesetz gegen Verschwendung und für eine Kreislaufwirtschaft“). Für Haushaltsverpackungen gelten die Art. R. 543-53 bis R. 543-65. Anders als in Deutschland gibt es kein separates Verpackungsgesetz: Verpackungen sind eine von rund zwei Dutzend REP-Filièren, die Frankreich betreibt und damit das dichteste EPR-System der EU.

Verpflichtet ist der producteur. Damit ist nicht der Verpackungshersteller gemeint, sondern wer gewerblich Produkte verpackt, verpacken lässt oder verpackte Produkte importiert und in Frankreich erstmals in Verkehr bringt. Für dich als deutschen Onlinehändler heißt das: Du bist der producteur, sobald dein Paket die französische Grenze überquert.

Neu seit 10. Juli 2026: Mandataire-Pflicht (Bevollmächtigter)

Die Loi n° 2026-602 vom 8. Juli 2026 hat mit Art. L. 541-10-9-1 Code de l’environnement die Benennung eines Bevollmächtigten für jeden nicht in Frankreich niedergelassenen Produzenten verpflichtend gemacht – ausdrücklich auch für Unternehmen aus anderen EU-Staaten und für Marktplatzbetreiber ohne französischen Sitz. Die Regel gilt für alle REP-Filièren, nicht nur für Verpackungen. Der Mandataire tritt per subrogation in deine REP-Pflichten ein.

Übernahme der Pflicht durch Marktplätze möglich
In Frankreich können Marktplätze wie Amazon oder eBay die EPR-Pflichten für dich übernehmen, inklusive der Bevollmächtigung. In diesem Fall zahlt der Marktplatz die Recycling-Gebühren (z. B. für Verpackungen, Elektronik, Textilien) im Namen des Händlers an die französische Umweltorganisation (Eco-Organisme) und holt sich das Geld in der Regel über die Gebührenabrechnung vom Händler zurück.

EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

Seit dem 12. August 2026 ist die Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) anwendbar. Sie gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und verlangt in Art. 45 Abs. 3 einen Bevollmächtigten in jedem Land, in dem du nicht niedergelassen bist. Die PPWR enthält darüber hinaus Regelungen zu Recyclingquoten von Verpackungen, PFAS-Verbote und Vorgaben zur Minimierung von Verpackungsmüll, die Schritt für Schritt eingeführt werden. In unserem Artikel zur PPWR behandeln wir die Regelungen im Detail. Zu den wichtigsten Meilensteinen gehören diese Vorgaben:

  • Ab August 2026: PFAS-Verbote in Lebensmittelverpackungen, Konformitätserklärung, Registrierungspflicht.
  • Ab 2028: EU-weite einheitliche Kennzeichnungsvorschriften (wird das Triman-Logo ersetzen)
  • Ab 2030: Alle Verpackungen müssen wirtschaftlich recyclingfähig sein, Mindestrezyklatanteile 10-35% je nach Typ, Leerraumgrenze von 50 % im Versandkarton.
  • Bis 2040: Stufenweise Abfallreduktion um 15% gegenüber 2018

Frankreich darf seine strengeren nationalen Ziele beibehalten: 10% Mehrwegziel für alle Sektoren bis 2027, vollständiges Verbot von Einwegplastik in Restaurants und Ende von Einwegplastik bis 2040.

Deine Kernpflichten auf einen Blick

🎯 Wer ist von der Verpackungslizenz Frankreich betroffen?

Die französische EPR-Pflicht ist eindeutig und ohne Ausnahmen: Jedes Unternehmen, das verpackte Produkte auf dem französischen Markt bereitstellt, ist ab dem ersten Produkt registrierungspflichtig.

 

Diese Unternehmen benötigen eine Verpackungslizenz in Frankreich:

🛍️ Online-Händler & E-Commerce

Deutsche Online-Shops, die Produkte nach Frankreich versenden – egal ob über den eigenen Webshop, Amazon, eBay oder andere Marktplätze wie Cdiscount oder Fnac.

Beispiel: Du betreibst einen Shopify-Shop in Köln und verschickst 40 Pakete im Monat nach Frankreich. Verkaufs- und Versandverpackung sind zu lizenzieren.

🏭 Hersteller & Produzenten mit FR-Standort

Unternehmen, die in Frankreich produzieren oder ihre Produkte dort verpacken und in den Handel bringen. In diesem Fall entfällt die Pflicht, einen Bevollmächtigten zu bestimmen.

Beispiel: Dein deutsches Unternehmen hat eine Produktionsstätte in Frankreich und verpackt dort Waren.

📦 Importeure & Distributoren

Unternehmen, die Waren aus dem Ausland nach Frankreich importieren und dort erstmals in Verkehr bringen.

Beispiel: Du importierst Elektronikprodukte aus China und verkaufst diese in Frankreich weiter.

🚚 Fulfillment & Amazon FBA

Händler, die Amazon FBA (Fulfillment by Amazon) nutzen oder andere Fulfillment-Services in Frankreich in Anspruch nehmen verkaufen über Amazon an französische Kunden.

Beispiel: Du lagerst deine Produkte in einem Amazon-Lager in Frankreich (FBA FR).

🍽️ Restaurants & Einzelhändler

Betriebe, die Serviceverpackungen wie Tragetaschen, Take-away-Verpackungen oder Versandkartons verwenden.

Beispiel: Du belieferst französische Einzelhändler oder andere Unternehmen mit verpackten Produkten aus Deutschland.

🏪 B2B-Lieferanten

Lieferungen verpackter Waren an französische Firmenkunden fallen ab 1.1.2027 unter die neue Filière emballages professionnels.

Beispiel: Du lieferst Zutaten oder Rohmaterial in Kartons oder Kanistern an französische Betriebe wo die Verpackungen als Müll anfallen.  

🔢 IDU – die französische Registriernummer

Was ist der IDU? Der Identifiant Unique ist die staatliche Registriernummer für die erweiterte Herstellerverantwortung in Frankreich. Sie ist vergleichbar z.B. mit der LUCID-Registrierungsnummer aus Deutschland. Vergeben wird sie von der Umweltagentur ADEME über das Register SYDEREP. Dies erfolgt in der Regel automatisch, sobald du einem éco-organisme beitrittst. Du erhältst eine eigene Nummer je REP-Filière (EPR-Kategorie).

Brauche ich eine französische Steuernummer?

Nein. Anders als in Spanien, wo ohne NIF/NIE nichts läuft, verlangt Frankreich für die REP-Registrierung keine lokale Steuernummer. Was du brauchst, ist ein Mandataire mit Sitz in Frankreich. Das spart dir gegenüber Spanien typischerweise mehrere Wochen Vorlauf und 150 bis 450 € Beantragungskosten.

Wo du den IDU angeben musst

  • in deinen AGB
  • auf deiner Website (Impressum oder Rechtliches)
  • gegenüber Marktplätzen wie Amazon.fr, Cdiscount oder Fnac
  • auf Anfrage der Behörden

Die ADEME veröffentlicht die Liste der registrierten Produzenten samt IDU als offenen Datensatz. Marktplätze gleichen die von dir gemeldete Nummer regelmäßig gegen SYDEREP ab – eine erfundene oder abgelaufene Nummer fällt zuverlässig auf.

🔀 Zwei Filières: Haushalts- und gewerbliche Verpackungen

Kurz gesagt: Frankreich trennt seit 2026 zwischen Verpackungen, die bei Haushalten als Abfall anfallen (emballages ménagers), und solchen, die bei Unternehmen anfallen (emballages professionnels). Beide Systeme laufen nebeneinander. Wer beide Arten in Verkehr bringt, braucht zwei Systemverträge und zwei IDU-Nummern.

Kriterium Emballages ménagers (Haushalt) Emballages professionnels (Gewerbe)
Wer ist typisch betroffen?
B2C-Onlinehändler, Markenhersteller, Versandhandel
B2B-Lieferanten, Großhandel, Industrie, Gastro-Zulieferer
Seit wann Pflicht?
seit Jahren etabliert
rechtlich seit 01.01.2026, operativ ab 01.01.2027
Zugelassene Systeme
Citeo, Adelphe, Léko
Citeo Pro, Léko Pro, Twiice
Abrechnungsbasis
Gewicht je Material + Stückzahl (UVC)
überwiegend nach Tonnen je Material
Kleinmengen-Pauschale
unter 10.000 UVC pro Jahr
unter 2 Tonnen pro Jahr
Kennzeichnung Triman
ja
nein
Eigener IDU
ja
ja, ein zweiter
ab 1.1.2027

Wichtige Frist für B2B-Lieferanten

Der operative Start der Filière emballages professionnels war ursprünglich für den 1. Juli 2026 vorgesehen. Das Ministerium hat ihn am 28. Juli 2026 auf den 1. Januar 2027 verschoben. Gleichzeitig gilt: Jeder betroffene Produzent soll bis zum 31. Dezember 2026 einem éco-organisme beigetreten sein. Die Barèmes für 2027 werden ab September 2026 veröffentlicht.

📋 So erhältst du die Verpackungslizenz Frankreich

Die Verpackungslizenzierung in Frankreich erfolgt über eine staatlich zugelassene éco-organisme. Sie sind vergleichbar mit den dualen Systemen in Deutschland. Für Haushaltsverpackungen sind drei Systeme zugelassen. Alle drei stehen ausländischen Herstellern offen. Weil Frankreich mit staatlich vorgegebenen Pflichtenheften arbeitet, unterscheiden sich die Tarife weniger stark als in Deutschland. Der Unterschied liegt eher bei Service, Sprache und Branchenschwerpunkt.

Leko

Leko Logo

Léko ist ein innovatives Unternehmen, das 2017 das historische Monopol durchbrach. Gegründet vom internationalen RAAN-Konzern (Reclay-Gruppe) mit EPR-Expertise aus 8 Ländern, bringt Léko moderne Ansätze und digitale Prozesse nach Frankreich.

  • Gegründet: 2016/2017
  • Kunden: Wachsende Community verantwortungsbewusster Unternehmen
  • Agrément: Bis 31. Dezember 2029
  • Besonderheit: Teil des internationalen RAAN/Reclay-Netzwerks
  • Schwerpunkt: Innovation, Digitalisierung, Start-up-freundlich

Zielgruppe: Innovative Unternehmen, Start-ups, E-Commerce-Händler und Firmen mit internationaler Ausrichtung, die moderne Lösungen suchen

Website: leko-organisme.fr

Citeo

Citeo Logo

Citeo ist Frankreichs größte und erfahrenste Öko-Organisation mit über 30 Jahren Expertise. Als Fusion von Eco-Emballages und Ecofolio betreut Citeo rund 80.000 Unternehmen bei der Verpackungslizenzierung und Papierentsorgung.

  • Gegründet: 1992 (als Eco-Emballages)
  • Kunden: ~80.000 Unternehmen
  • Agrément: Bis 31. Dezember 2029
  • Besonderheit: Größter Öko-Organismus, Société à Mission seit 2020
  • Schwerpunkt: Vollumfänglicher Service für alle Branchen

Zielgruppe: Große und mittelständische Unternehmen aller Branchen, die auf bewährte Strukturen setzen

Website: citeo.com

Adelphe

Adelphe Logo

Die Öko-Organisation Adelphe ist der kleinste, zugelassene Anbieter für die Verpackungslizenz in Frankreich; spezialisiert auf Wein, Spirituosen, Pharma und Lebensmittelhandwerk. Als Citeo-Tochter kombiniert Adelphe die Stabilität eines großen Players mit persönlicher Betreuung.

  • Gegründet: 1993
  • Kunden: ~42.000 Unternehmen (Stand 2024)
  • Agrément: Bis 31. Dezember 2029
  • Besonderheit: Branchenspezialist, 85% Citeo-Tochter
  • Schwerpunkt: Wein, Spirituosen, Gesundheit, Métiers de Bouche

Zielgruppe: Weingüter, Spirituosenhersteller, Pharma-Unternehmen, Käsereien, Bäckereien und handwerkliche Lebensmittelproduzente

Website: adelphe.fr

Ablauf Schritt für Schritt

1
Rolle und Verpackungsarten klären

Prüfe, ob du producteur bist und welche Filière greift. Häufigster Fehler: Der Versandkarton wird vergessen, obwohl er voll mitzählt. Zweithäufigster: B2B-Lieferungen werden übersehen, obwohl beide Filières betroffen sind.

2
Éco-organisme wählen und Vertrag schließen

Citeo, Adelphe oder Léko für Haushaltsverpackungen; Citeo Pro, Léko Pro oder Twiice für gewerbliche. Zwei Filières bedeuten zwei Verträge.

3
Mengen ermitteln

Erfasse Gewicht je Material und Verpackungseinheit sowie die Stückzahlen pro Jahr. Bezugsgröße ist die UVC (unité de vente consommateur, die Verbraucher-Verkaufseinheit). Bei unter 10.000 UVC reicht die Pauschale.

4
Beitritt und IDU

Das System meldet dich an, die ADEME vergibt den IDU über SYDEREP. Nach Adhäsion liegt die Bestätigung für Marktplätze meist innerhalb weniger Werktage vor, der IDU selbst nach rund zwei bis drei Wochen.

5
IDU veröffentlichen und Kennzeichnung anpassen

Trage den IDU in AGB und Website ein und übermittle ihn an deine Marktplätze. Prüfe parallel, ob deine Haushaltsverpackungen Triman und Info-tri tragen.

💶 Was die Verpackungslizenz Frankreich kostet

Kurz gesagt: Deine Kosten bestehen aus zwei Blöcken. Erstens der éco-contribution an das éco-organisme, berechnet nach Material, Gewicht und Stückzahl. Zweitens der Servicegebühr für Mandataire und Abwicklung, bei unseren Partnern ab rund 247 € pro Jahr. Kleine Versender zahlen an das System oft nur eine Pauschale im niedrigen dreistelligen Bereich.

Éco-contribution: Orientierungswerte für Haushaltsverpackungen

Zum 1. Januar 2026 hat Citeo die Tarifstruktur umgebaut: Rund 75 bis 80 Prozent der Beiträge entfallen weiterhin auf einen Gewichtstarif je Material, der Rest auf einen Stück- und Branchentarif. Einzelne Positionen sind dabei um über 30 Prozent gestiegen.

Éco-contribution Frankreich 2026 – Orientierungswerte je Kilogramm
Material ca. € / kg Einordnung
Glas
0,039
günstigstes Material
Wellpappe
0,177
z.B. Standard Versandkarton
Karton, flach
0,217
z.B. Faltschachtel
Stahl
0,199
Aluminium
0,432
PET transparent
0,399
gut recyclebar
PE-HD
0,399
PP
0,683
PS
0,901
teuer, oft Malus
Mehrschichtkunststoff
ab 1,00
Malus bis 100 %

Werte gerundet, Stand 2026. Sie dienen der Orientierung; verbindlich ist immer der aktuelle Barème deines éco-organisme.

Éco-modulation lohnt sich in Frankreich besonders. Nicht recycelbare Mehrschichtkunststoffe mit Recyclingstörern können mit 50 bis 100 Prozent Malus belegt werden, optimierte Verpackungen erhalten 15 bis 20 Prozent Bonus. Wer Polystyrol-Polstermaterial durch Kraftpapier ersetzt oder das Sichtfenster aus der Faltschachtel nimmt, senkt seine Rechnung spürbar. Die Materialwahl schlägt hier stärker durch als in Deutschland.

Kleinmengen: die Pauschale

Wer weniger als 10.000 Verkaufseinheiten (UVC) pro Jahr in Frankreich in Verkehr bringt, kann statt der mengengenauen Abrechnung eine Pauschale wählen – bei Adelphe heißt sie „Formule 1 clic“. Das ist eine vereinfachte Abrechnung, keine Befreiung. Belegt sind 80 € netto für die Tarifjahre 2024 und 2025; auch die Vorschussrechnung bei Beitritt liegt bei 80 € netto. Für 2026 nennen einzelne Quellen bis zu 110 € netto. Rechne also mit einer Größenordnung von rund 80 bis 110 € netto pro Jahr und lass dir den verbindlichen Betrag von deinem Anbieter bestätigen.

Gewerbliche Verpackungen: die Barèmes 2026

Die drei zugelassenen Systeme haben ihre Tarife veröffentlicht. Beitragspflichtig wirst du erst ab dem 1. Januar 2027, der Vergleich hilft dir aber schon jetzt bei der Systemwahl:

Barème emballages professionnels 2026 – Vergleich je Tonne
Material Citeo Pro Léko Pro Twiice
Kunststoff
217,90 €/t
217,80 €/t
217,56 €/t
Papier / Karton
34,70 €/t
34,72 €/t
34,67 €/t
Holz
9,00 €/t
8,08 €/t
8,98 €/t
Stahl
8,00 €/t
5,06 €/t
23,63 €/t
Aluminium / Sonstige Metalle
8,00 €/t
5,06 €/t
5,39 €/t – 38,00 €/t
Gefahrstoffverpackungen (ohne Kunststoff)
82,80 €/t
82,70 €/t
Pauschale unter 2 t
125 €/Jahr
110 €/Jahr
100 €/Jahr
Mehrweg-Bonus
-50 %

Stand der veröffentlichten Barèmes 2026. Die Tarife für 2027 werden ab September 2026 publiziert. Bei den beiden großen Posten Kunststoff und Karton sind die Systeme nahezu gleichauf – den Unterschied macht dein Materialmix bei Stahl und „sonstigen Materialien“.

👔 So beauftragst du einen EPR-Bevollmächtigten für Frankreich

Kurz gesagt: Seit dem 10. Juli 2026 muss jeder Produzent ohne Sitz in Frankreich einen mandataire mit Sitz in Frankreich benennen – per schriftlichem Mandat, ohne Notar. Er tritt in deine REP-Pflichten ein und ist der Ansprechpartner für die Behörden. Die éco-contribution zahlst weiterhin du.

Das übernimmt der Mandataire für dich

Das übernimmt er nicht

So funktioniert die Beauftragung

Die Beauftragung erfolgt unkompliziert und online. Nachdem du einen Bevollmächtigten beauftragt hast, beginnt er mit der Umsetzung aller administrativer Aufgaben.

Unten findest du die Anbieter, die wir empfehlen können. Wir haben bewusst nur solche Anbieter ausgewählt, die uns in unserem Test bei den folgenden Punkten überzeugen konnten: Preis/Leistung, individuelle Beratung, Kostentransparenz, unkomplizierter Abschluss sowie ein einfacher und übersichtlicher Prozess 

🤝 Partner-Lösungen im Überblick

Wir arbeiten mit führenden EPR-Dienstleistern zusammen, um dir die Compliance rund um die Verpackungslizenz Frankreich zu erleichtern:

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❌ Lizenzkosten fallen zusätzlich an
❌ nur Verpackungs-EPR, keine weiteren Kategorien zubuchbar (Batterien, Weee, Textil etc.)
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✅ Intuitive und übersichtliche Plattform
✅ Deutschsprachiger Support
✅ Persönlicher Ansprechpartner
❌ Lizenzkosten fallen zusätzlich an
✅ weitere EPR-Kategorien zubuchbar (Batterien, Weee, Textil etc.)
✅ Auch für alle anderen EU-Länder verfügbar

Preis pro Land ist gestaffelt nach Verpackungsmenge:

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❌ Lizenzkosten fallen zusätzlich an
✅ weitere EPR-Kategorien mit enthalten
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🏷️ Kennzeichnungspflicht auf Verpackungen in Frankreich

Neben der Registrierung und Lizenzierung müssen alle Haushaltsverpackungen in Frankreich mit spezifischen Kennzeichnungen versehen werden. Diese helfen Verbrauchern beim korrekten Recycling und sind gesetzlich vorgeschrieben.

Das Triman-Logo – Pflicht seit 2022

Das Triman-Logo ist das französische Recycling-Kennzeichen und seit dem 1. Januar 2022 verpflichtend für alle recycelbaren Haushaltsverpackungen. Es zeigt drei Pfeile, die eine menschliche Silhouette umgeben, und signalisiert: „Diese Verpackung gehört in die Sortierung“.

📋 Wo muss das Triman-Logo erscheinen?

  • Direkt auf der Verpackung (bevorzugt)
  • Auf Produktdokumenten, die mit der Verpackung geliefert werden
  • Oder als digitale Information (QR-Code, Website) – wenn Platz auf der Verpackung fehlt

Mindestgröße: 6 mm Höhe für das Logo

Info-tri: Die Sortierhinweise

Zusätzlich zum Triman-Logo müssen Info-tri Sortierhinweise angebracht werden, die dem Verbraucher zeigen, in welche Tonne die Verpackung gehört:

  • Gelbe Tonne (poubelle jaune): Kunststoff, Metall, Verbundstoffe
  • Blaue/Grüne Tonne (poubelle bleue/verte): Papier und Karton
  • Glastonne (conteneur à verre): Glasverpackungen

Die Info-tri Piktogramme zeigen konkret an: „Verpackung recyceln“ oder „In die gelbe Tonne geben“. Diese Hinweise müssen in französischer Sprache erfolgen.

Vorlagen und Umsetzung

Die gute Nachricht: Die Öko-Organisationen stellen kostenlose Vorlagen bereit!

  • Citeo: Umfassende Info-tri-Bibliothek mit fertigen Grafiken für alle Materialarten
  • Adelphe: Spezialisierte Vorlagen für Wein- und Glasverpackungen
  • Leko: Digitale Design-Tools im Mitgliederportal

⚠️ Strafen bei fehlender Kennzeichnung:Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht werden mit Bußgeldern von bis zu 15.000 € für juristische Personen geahndet. Die DGCCRF kontrolliert aktiv – besonders bei Online-Händlern und Marktplätzen.

💡 Praxis-Tipp: Wenn du mit einem Bevollmächtigten wie Circular Pro arbeitest, übernimmt dieser auch die Prüfung deiner Verpackungskennzeichnung und stellt sicher, dass alle Anforderungen erfüllt sind. So vermeidest du Fehler und Strafen.

🚨 Sanktionen, Marktplatz-Sperren und warum Frankreich streng durchgreift

Kurz gesagt: Der häufigste Auslöser in der Praxis ist nicht die Behörde, sondern der Marktplatz. Amazon, Cdiscount und Fnac müssen den IDU erheben und regelmäßig gegen SYDEREP prüfen – sonst haften sie selbst. Ohne gültigen IDU wird dein Angebot früher oder später gesperrt.

Online-Marktplätze unterliegen seit dem 1. Januar 2022 eigenen REP-Pflichten nach Art. L. 541-10-9 Code de l’environnement. Sie müssen ein Register führen mit Verkäuferidentität, IDU, Mengen und Rücknahmeregelungen. Entlasten können sie sich nur, wenn sie nachweisen, dass der Drittverkäufer seine Pflichten erfüllt. Fachquellen nennen für Marktplätze Verwaltungssanktionen von bis zu 7.500 € je Einheit oder je Tonne, gegebenenfalls mit Zwangsgeld; für einen fehlenden IDU werden Beträge bis 30.000 € genannt.

Der Gesetzgeber hat die Mandataire-Pflicht ausdrücklich eingeführt, um den Behörden einen identifizierbaren Ansprechpartner zu geben, gegen den sie kontrollieren und sanktionieren können. Die Durchsetzung gegenüber ausländischen Produzenten wird damit erklärtermaßen verschärft. Die Marktüberwachung liegt bei der DGCCRF.

Neben der Sanktion selbst drohen Nachforderungen für zurückliegende Jahre und der wirtschaftlich oft schmerzhafteste Fall: eine gesperrte Angebotsseite mitten in der Saison.

❓ Verpackungslizenz Frankreich: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Verpackungslizenz Frankreich haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Ja. Sobald du verpackte Ware an Kunden in Frankreich versendest, bist du nach französischem Recht producteur und musst dich einem éco-organisme anschließen. Es gibt keine Bagatellgrenze – die Pflicht beginnt bei der ersten Verpackung. Sowohl die Verkaufsverpackung als auch der Versandkarton sind zu lizenzieren.

Der IDU (Identifiant Unique) ist die französische REP-Registriernummer. Vergeben wird sie von der Umweltagentur ADEME über das Register SYDEREP. In der Praxis beantragt dein éco-organisme oder dein Mandataire den IDU für dich mit, sobald du beitrittst. Wichtig: Es gibt eine Nummer je REP-Filière. Wer neben Verpackungen auch Elektrogeräte oder Batterien anbietet, hat mehrere IDU.

Nein. Registrierung und Systembeteiligung gelten immer pro Land. Frankreich führt ein eigenes Register über die ADEME mit einer eigenen Nummer, dem IDU. Dein LUCID-Eintrag bei der ZSVR deckt ausschließlich den deutschen Markt ab.

Ja, seit dem 10. Juli 2026. Die Loi n° 2026-602 hat mit Art. L. 541-10-9-1 Code de l’environnement die Benennung eines Mandataire für jeden Produzenten ohne Sitz in Frankreich verpflichtend gemacht – ausdrücklich auch für Unternehmen aus anderen EU-Staaten. Seit dem 12. August 2026 verlangt zusätzlich Art. 45 Abs. 3 PPWR dasselbe EU-weit.

Wer braucht einen Mandataire?

  • Deutsche Onlinehändler ohne französische Niederlassung
  • Importeure ohne Firmensitz in Frankreich
  • Amazon-FBA-Händler ohne lokale Präsenz
  • B2B-Lieferanten, die an französische Unternehmen liefern
  • Marktplatzbetreiber ohne französischen Sitz

Wer braucht keinen? Unternehmen mit eingetragenem Sitz, Niederlassung oder Betriebsstätte in Frankreich. Außerdem gilt die Pflicht als erfüllt, wenn eine in Frankreich niedergelassene Plattform die Konformität deiner Produkte bereits sicherstellt – das solltest du dir aber schriftlich bestätigen lassen.

Die Kosten bestehen aus zwei Teilen. Die éco-contribution an das éco-organisme richtet sich nach Material, Gewicht und Stückzahl: Wellpappe liegt bei rund 0,18 € pro kg, PET bei rund 0,40 € pro kg, Polystyrol bei rund 0,90 € pro kg. Wer weniger als 10.000 Verkaufseinheiten pro Jahr in Verkehr bringt, kann eine Pauschale in der Größenordnung von 80 bis 110 € netto wählen.

Dazu kommt die Servicegebühr für Mandataire und Abwicklung. Über unsere Partner liegt sie bei 246,60 € bis 269,10 € pro Jahr. Mit dem Gutscheincode VRPCKLIZ10 sparst du bei Lizenzero.com 10 Prozent.

Nein. Anders als etwa in Spanien, wo ohne NIF oder NIE nichts geht, verlangt Frankreich für die REP-Registrierung keine lokale Steuernummer. Erforderlich ist stattdessen ein Mandataire mit Sitz in Frankreich.

Ja, solange die Pflicht gilt. Haushaltsverpackungen müssen in Frankreich das Triman-Logo zusammen mit der Sortieranweisung Info-tri tragen (Décret n° 2021-835). Die EU-Kommission hat Frankreich deswegen am 17. Juli 2025 vor dem EuGH verklagt, weil sie darin eine Behinderung des freien Warenverkehrs sieht. Diese Klage setzt die Pflicht nicht aus. Wer ohnehin neue Druckvorlagen erstellt, sollte die harmonisierte PPWR-Kennzeichnung ab dem 12. August 2028 gleich mitdenken.

Dann greift die neue Filière für gewerbliche Verpackungen (emballages professionnels). Das Dekret ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft, der operative Start wurde vom Ministerium auf den 1. Januar 2027 verschoben. Wichtig: Jeder betroffene Produzent soll bis zum 31. Dezember 2026 einem der drei zugelassenen Systeme beigetreten sein – Citeo Pro, Léko Pro oder Twiice. Wer sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden liefert, braucht beide Systemverträge und zwei IDU.

Ja, wenn du über Amazon.fr verkaufst und Verpackungen erstmals in Frankreich in Umlauf bringst. Das gilt für den Direktversand aus Deutschland ebenso wie für Amazon FBA mit Lagerung in Frankreich und für Pan-EU-FBA. Marktplätze müssen den IDU seit 2022 erheben und regelmäßig gegen SYDEREP prüfen, weil sie sonst selbst haften. Ohne gültigen IDU werden deine Listings gesperrt – das ist in Frankreich der häufigste Grund, warum Händler das Thema überhaupt bemerken.

Es drohen drei Konsequenzen. Erstens Verwaltungssanktionen: Fachquellen nennen für Marktplätze bis zu 7.500 € je Einheit oder Tonne, für einen fehlenden IDU Beträge bis 30.000 €. Zweitens Nachforderungen der éco-contribution für zurückliegende Jahre. Drittens – und praktisch am schnellsten spürbar – die Sperrung deiner Angebote durch Marktplätze wie Amazon.fr, Cdiscount oder Fnac. Die Marktüberwachung liegt bei der Verbraucherschutzbehörde DGCCRF.

Theoretisch ja – praktisch stößt du auf zwei Hürden. Erstens brauchst du ohnehin einen Mandataire mit Sitz in Frankreich, den du separat finden und beauftragen müsstest. Zweitens laufen Portal, Vertrag und Behördenkorrespondenz auf Französisch. Weil du den Bevollmächtigten in jedem Fall benötigst, ist es fast immer effizienter, Lizenz und Mandat über denselben Anbieter laufen zu lassen. Unser Partner Lizenzero bietet das für Frankreich ab 269,10 € pro Jahr an – mit dem Gutscheincode VRPCKLIZ10 sparst du 10 Prozent.

Der Meldezeitraum läuft vom 1. Januar bis 28. Februar des Folgejahres und bezieht sich auf die im Vorjahr in Verkehr gebrachten Mengen. Auf Basis deiner Meldung erstellt das éco-organisme eine Ausgleichsrechnung. Bei Beiträgen über 5.000 € pro Jahr wird quartalsweise vorab fakturiert, darunter jährlich. Beauftragst du einen Full-Service-Anbieter, erinnert dich das Portal automatisch an den Termin.

Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung. Wir recherchieren sorgfältig an offiziellen Quellen, können aber angesichts der Geschwindigkeit der französischen Gesetzgebung keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen. Für eine rechtsverbindliche Einschätzung wende dich an einen zugelassenen Dienstleister oder eine Rechtsanwältin.

*Kommt es zu einem Abschluss bei einem Anbieter über einen gekennzeichneten Partnerlink, erhalten wir eine Provision. Der Preis beim jeweiligen Anbieter erhöht sich dadurch nicht und es entstehen dir keine weiteren Kosten. Rabatte gelten auf den Nettowarenwert, keine Auszahlung möglich, ein Gutschein pro Bestellung und Kunde, nachträgliche Einlösung ausgeschlossen.